Mandelöl
Mandelöl wird aus den Kernen von Prunus amygdalus var. dulcis gewonnen, einem Baum aus Zentralasien, der heute vor allem in Kalifornien, Spanien, Italien und Australien angebaut wird. Die süsse Varietät unterscheidet sich von der Bittermandel, deren Kerne Amygdalin enthalten und für diesen Zweck nicht verwendet werden.
Das Öl entsteht durch Kaltpressung der geschälten Kerne und wird anschliessend filtriert. Unraffiniert ist es hellgelb mit leichtem Mandelduft. Die Raffination macht es nahezu farb- und geruchlos, zum Preis eines Teils seiner Begleitstoffe.
Zusammensetzung und Textur
Die Fettfraktion wird von Ölsäure bestimmt, mit einem geringeren Anteil Linolsäure. Dieses Verhältnis ordnet Mandelöl den Ölen mittlerer Textur zu: weder trocken wie Jojoba noch ausgesprochen fett wie Rizinus.
Es enthält Tocopherole und Phytosterole in mässiger Menge. Die Aufnahme ist mittelschnell, das Finish leicht satiniert, und bei Raumtemperatur bleibt es flüssig.
Seine Neutralität erklärt seinen festen Platz im Sortiment: ohne ausgeprägten Eigencharakter lässt es sich überall einsetzen und eignet sich für Formulierungen, in denen das Fett weder Geruch noch Hautgefühl bestimmen soll. Das Basisöl schlechthin.
Anwendung in der Kosmetik
Es findet sich in Körperölen, in der Körperpflege, der Handpflege und der Gesichtspflege. Ebenso in Make-up-Entfernern mit Ölphase und in Massageölen, wo Fliessfähigkeit und Gleitverhalten gefragt sind.
Es ist ausserdem ein gängiges Trägeröl für ätherische Öle, neben Jojoba — weniger lagerstabil als dieses, dafür günstiger.
In der Kaltverseifung gibt es der Seife, zu 10 bis 30 % der Fettphase zugesetzt, Milde, ohne die Härte zu beeinträchtigen. Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten und Hydrolaten verarbeiten.
Allergie gegen Schalenfrüchte
Die Mandel ist eine Schalenfrucht und gehört damit zu den deklarationspflichtigen Allergenen. Auch ein für kosmetische Zwecke bestimmtes Mandelöl kann je nach Gewinnungsverfahren Spuren von Mandelproteinen enthalten.
Betroffene Personen sollten dies auch bei äusserlicher Anwendung berücksichtigen und sich an der Produktkennzeichnung orientieren. Im Zweifelsfall ist die Einschätzung einer Ärztin oder eines Allergologen erforderlich.
Aufbewahrung
Der hohe Ölsäureanteil sorgt für eine ordentliche Stabilität, ohne jene von Jojoba zu erreichen. In lichtundurchlässiger Flasche, vor Licht und Wärme geschützt, hält es nach dem Öffnen üblicherweise zwölf bis achtzehn Monate. Ein ranziger Geruch zeigt an, dass es nicht mehr verwendet werden sollte.
Häufige Fragen
Woher stammt Mandelöl?
Aus den Kernen von Prunus amygdalus var. dulcis, angebaut vor allem in Kalifornien, Spanien, Italien und Australien.
Was unterscheidet es von Bittermandel?
Die Bittermandel ist eine eigene Varietät, deren Kerne Amygdalin enthalten. Für dieses Öl werden sie nicht verwendet.
Wie ist die Textur?
Leicht, mit mittlerer Aufnahme und leicht satiniertem Finish. Weder trocken wie Jojoba noch fett wie Rizinus.
Eignet es sich bei einer Allergie gegen Schalenfrüchte?
Die Mandel ist eine Schalenfrucht, und das Öl kann Proteinspuren enthalten. Betroffene sollten die Kennzeichnung beachten und ärztlichen oder allergologischen Rat einholen.
Lässt es sich zum Verdünnen ätherischer Öle verwenden?
Ja, es ist ein gängiges Trägeröl. Weniger lagerstabil als Jojoba, dafür günstiger.
Wie wird es aufbewahrt?
In lichtundurchlässiger Flasche, vor Licht und Wärme geschützt. Nach dem Öffnen zwölf bis achtzehn Monate.
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