Meersalz
Meersalz wird durch Verdunstung von Meerwasser in flachen Becken gewonnen, den Salzgärten. Das Wasser konzentriert sich dort durch Sonne und Wind allmählich auf, bis das Natriumchlorid auskristallisiert.
Seine INCI lautet Maris Sal — lateinisch für Meersalz. Davon zu unterscheiden ist Steinsalz aus unterirdischen Lagerstätten, dessen INCI Sodium Chloride lautet. Chemisch besteht beides aus demselben Hauptbestandteil; sie unterscheiden sich in ihren Begleitstoffen und im Gewinnungsverfahren.
Zusammensetzung
Meersalz besteht zu über 95 % aus Natriumchlorid. Der Rest sind Mineralsalze aus dem Meerwasser: Magnesium, Calcium, Kalium, Sulfate, in je nach Herkunft und Raffinationsgrad wechselnden Anteilen.
Diese Nebenbestandteile geben unraffinierten Salzen ihren leicht grauen Ton und ihre Restfeuchte. Raffiniertes, gewaschenes und getrocknetes Salz ist weiss und trocken, dafür um diese Fraktion ärmer.
Salz aus dem Toten Meer ist ein Sonderfall: Seine Zusammensetzung ist deutlich reicher an Magnesium und Kalium und weit ärmer an Natrium als gewöhnliches Meerwasser. Es ist ein Salz anderer Zusammensetzung, nicht bloss ein Meersalz anderer Herkunft.
Korngrösse als entscheidende Variable
In der Kosmetik bestimmt die Kristallgrösse die Verwendung stärker als die Herkunft.
Feines Salz löst sich rasch und eignet sich für Badesalze und Zubereitungen, in denen es nicht spürbar bleiben soll.
Mittleres Salz ist das gängige Format für Körperpeelings: abrasiv genug, um zu wirken, löslich genug, um beim Abspülen zu verschwinden.
Grobes Salz bleibt dekorativen Badesalzen und Zubereitungen vorbehalten, bei denen langsames Auflösen erwünscht ist.
Ein praktischer Punkt: Anders als Zucker oder mineralische Peelingkörper löst sich Salz während der Anwendung auf. Die Abrasion nimmt im Verlauf also ab, was es bei gleicher Korngrösse schonender macht als einen unlöslichen Peelingkörper.
Anwendung in der Kosmetik
Man findet es vor allem in Körper-Peelings, wo es mit einem Pflanzenöl vermischt wird, und in Badesalzen, pur oder mit ätherischen Ölen beduftet.
Es kommt ebenso in manchen texturgebenden Haarpflegeprodukten und in traditionellen Zahnpasten vor.
In der Seifenherstellung hat Salz eine interessante technische Rolle. Der Wasserphase niedrig dosiert zugesetzt — 1 bis 2 % des Ölgewichts — härtet es das Stück und verlängert die Lebensdauer der Seife. Es mindert allerdings den Schaum, was die Dosierung begrenzt.
Hoch dosiert ergibt es die Salzseife oder Spa-Seife, eine Zubereitung mit bis zu 50 % Salz bezogen auf die Öle. Diese Seife ist sehr hart und muss innert einer Stunde nach dem Giessen entformt werden, sonst lässt sie sich nicht mehr schneiden.
Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten verarbeiten. Ein Salzpeeling ist einfach herzustellen, darf aber kein Wasser enthalten: Die Mischung aus Salz und Öl hält gut, eine wasserhaltige Mischung verlangte ein Konservierungsmittel.
Anwendung in der Küche
Das ist die verbreitetste Verwendung. Speisesalz unterliegt anderen Produktionsanforderungen als kosmetisches Salz, und Salz für Peelings oder Bäder ist nicht zum Verzehr bestimmt.
In der Schweiz ist Kochsalz in der Regel mit Jod und Fluorid angereichert, was bei kosmetisch bestimmten Salzen nicht der Fall ist.
Vorsichtsmassnahmen
Ein Salzpeeling wird nicht auf verletzter oder gereizter Haut angewendet, ebenso wenig direkt nach Haarentfernung oder Rasur: Salz auf geschädigter Haut ist schmerzhaft und kann die Reizung verstärken.
Für das Gesicht eignet es sich nicht, da die Korngrösse zu grob ist, und ebenso wenig für die Augenpartie.
Bei einer Hauterkrankung ist vor der Anwendung eines Peelings oder Salzbads ärztlicher oder dermatologischer Rat einzuholen.
Aufbewahrung
Reines Salz verdirbt nicht. Es ist jedoch hygroskopisch: Es zieht Luftfeuchtigkeit an und verklumpt. Ein dicht schliessendes Gefäss, vor Feuchtigkeit geschützt, genügt dagegen. Ein Salz-Öl-Peeling folgt der Haltbarkeit des verwendeten Öls.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Meersalz von Steinsalz?
Meersalz entsteht durch Verdunstung von Meerwasser (INCI Maris Sal), Steinsalz wird aus unterirdischen Lagerstätten gewonnen (Sodium Chloride). Gleicher Hauptbestandteil, andere Begleitstoffe und Verfahren.
Ist Totes-Meer-Salz ein Meersalz?
Seine Zusammensetzung ist eine andere: weit reicher an Magnesium und Kalium, ärmer an Natrium. Es ist nicht bloss ein Meersalz anderer Herkunft.
Welche Korngrösse für ein Peeling?
Mittleres Salz ist das gängige Format: abrasiv genug zum Wirken, löslich genug zum Abspülen.
Lässt es sich im Gesicht anwenden?
Nein. Die Korngrösse ist für Gesichts- und Augenpartie zu grob.
Welche Dosierung in der Seifenherstellung?
1 bis 2 % des Ölgewichts zum Härten des Stücks. Darüber hinaus nimmt der Schaum ab. Salzseifen gehen bis 50 %, müssen aber innert einer Stunde entformt werden.
Warum verklumpt mein Salz?
Es ist hygroskopisch und zieht Luftfeuchtigkeit an. Ein dicht schliessendes Gefäss löst das Problem.
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